David Lanius

Wir als Gesellschaft müssen lernen zu streiten!

Die Verrohung von Debatten im Internet und die Behauptung der Rechtspopulisten, Politiker hätten den „Bezug zum Volk“ verloren, haben die Frage aufkommen lassen, ob wir als Gesellschaft eine neue Streitkultur brauchen. In der aktuellen Ausgabe (3/2019, Nr. 89), von tv diskurs spreche ich darüber, wie man richtig streitet.

Strategic Indeterminay in the Law

My book on “Strategic Indeterminacy in the Law” has been published in 2019. It is available on amazon.de, bücher.de and global.oup.com. A short overview in German can be found on the blog of the Forum für Streitkultur. Rewiews have been or are to be published with Zeitschrift für philosophische Forschung as well as the Journal of Applied Philosophy.

Description of the Book

Though indeterminacy in legal texts is pervasive, there is a widespread misunderstanding about what indeterminacy is, particularly as it pertains to law. Legal texts present unique challenges insofar as they address a heterogeneous audience, are applied in a variety of unforeseeable circumstances and must, at the same time, lay down clear and unambiguous standards. Sometimes they fail to do so, however, either by accident or by intention. While many have claimed that indeterminacy facilitates flexibility and can be strategically used, few have recognized that there are more forms of indeterminacy than vagueness and ambiguity. A comprehensive account of legal indeterminacy is thus called for.

David Lanius here answers that call and in so doing, addresses three central questions about the role of indeterminacy in the law. First, what are the sources of indeterminacy in law? Second, what effects do the different forms of indeterminacy have? Third, how can and should these forms be intentionally used? Based on a thorough examination of the advantages and disadvantages of the different forms of indeterminacy in the wording of laws, contracts, and verdicts, Lanius argues for the claim that semantic vagueness is less relevant than commonly supposed in the debate, while other forms of indeterminacy (in particular, polysemy and standard-relativity) are mistakenly underrated or even ignored. This misconception is due to a systematic confusion between semantic vagueness and these other forms of indeterminacy. Once it is resolved, the value and functions of linguistic indeterminacy in the law can be clearly shown.

Die Wahrheit schafft sich ab: Wie Fake News Politik machen

Romy Jaster’s and my book on fake news “Die Wahrheit schafft sich ab: Wie Fake News Politik machen” has been published in 2019.

More information in German

“Die Wahrheit schafft sich ab: Wie Fake News Politik machen” kann auf Amazon.de, Reclam.de und Bücher.de bestellt werden; oder direkt beim Buchhändler um die Ecke!

Kurzbeschreibung

Warum gibt es Fake News? Und warum verbreiten sie sich so erfolgreich? Weil der Mensch nicht so rational ist, wie er gerne denkt. Denn Fake News gibt es schon, solange es Nachrichten gibt. Neu ist das Ausmaß von Fake News. Und das hat mit der Funktionslogik sozialer Netzwerke zu tun. Inhalte werden geteilt, weil man zu einer Gruppe gehören möchte, oder weil sie zu dem passen, was man ohnehin schon glaubt.

Wir bieten in unserem Buch eine umfassende Analyse der Erfolgsgeschichte von Fake News sowie Lösungsmöglichkeiten, wie die Gesellschaft ihrem Einfluss wieder entkommen kann.

Rezensionen zum Buch

Fake for Real: Der Band „Die Wahrheit schafft sich ab. Wie Fake News Politik machen“ von Romy Jaster und David Lanius erklärt kurz und sehr anschaulich ein zentrales Problem unseres digitalen Zeitalters. (Rezension auf literaturkritik.de)

Schlechte Nachrichten gehen gut: Nützlich ist vor allem ihre Definition, wonach Fake News nur solche Berichte sind, die erstens ein unwahres Bild der Welt zeichnen und deren Verbreitern es zweitens an Wahrhaftigkeit mangelt: Sie wollen andere täuschen, oder ihnen ist der Wahrheitsgehalt der Berichte egal. Damit lassen sich Propaganda, Falschmeldungen oder journalistische Irrtümer leicht unterscheiden. (Rezension in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. März 2019, S. 10; siehe auch perlentaucher.de bzw. diekt auf bücher.de)

Buchtipp: Jaster, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, und Lanius, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DebateLab des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), diskutieren das Phänomen «Fake News» nüchtern und fundiert. (Rezension auf matthiaszehnder.ch)

Weitere lesenswerte Bücher zum Thema

Wie argumentieren Rechtspopulisten?

Kurz vor der Bundestagswahl 2017 habe ich das Wahlprogramm der AfD auf ihre Argumentation hin untersucht. Hier ist die volle Analyse. Hier der Link zum Diskussionspapier. Und hier der Link zum Diskussionspapier in der KIT Bibliothek.

Kurzbeschreibung

Problemstellung: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Alternative für Deutschland (AfD) am 24. September in den Bundestag einziehen. Jüngste Umfragen legen nahe, dass sie sogar drittstärkste Partei werden könnte. Warum findet die AfD so viele Unterstützerinnen und Unterstützer? Mit welchen Argumenten wirbt die AfD für ihren Einzug in den Bundestag? Das Wahlprogramm der AfD zeigt nicht nur, wofür die Partei steht, sondern auch welche Strategie sie bei der Bundestagswahl und darüber hinaus verfolgt. Aus diesem Grund habe ich es argumentationstheoretisch analysiert und die darin enthaltene Argumentation im Detail rekonstruiert.

Ergebnisse: Die wichtigsten Ergebnisse umfassen: Erstens, aus einer rein logischen Perspektive ist die Argumentation der AfD außergewöhnlich klar und stringent. Dies gelingt ihr deshalb, weil sie sich gezielt auf Annahmen stützt, die vereinfachend oder konstruiert sind. Zweitens, das zentrale Thema der „Flüchtlingskrise“ zieht sich beinahe durch die gesamte Argumentation. Es taucht in Argumenten über den Verlust der Leitkultur oder den Verfall der inneren Sicherheit genauso auf wie in Argumenten über die Folgen der Globalisierung oder den demographischen Wandel. Drittens, und dies ist das zentrale Ergebnis der Analyse, die AfD argumentiert nach dem folgenden Muster: Es gibt eine Bedrohung. Nur die AfD kann uns davor bewahren. Also muss die AfD an die Macht kommen. Dies nenne ich das „Kernargument des Populismus”.

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