Wir müssen reden!

Der Vormarsch des Populismus mag nur ein Symptom für die wachsende Kluft zwischen Menschen sein. Doch die soziale Spaltung in vielen (nicht nur westlichen) Gesellschaften ist eine Tatsache. Familien und Freundschaften zerbrechen über einander widersprechenden ideologischen, politischen und moralischen Anschauungen.

Haben wir verlernt, miteinander zu reden?

Wir (im Forum für Streitkultur) glauben, dass Argumentieren und konstruktives Streiten die besten Mittel sind, um Konflikte zu lösen und unterschiedliche Überzeugungen und Wertvorstellungen zu koordinieren. Daher müssen wir einander zuhören. Wir müssen reden. Und wir müssen streiten. Doch können Argumente wirklich Menschen mit grundlegend anderen Weltbildern überzeugen? Und wenn das der Fall ist, unter welchen Umständen ist das möglich?

Demokratie ist ohne offene Gespräche nicht möglich. Wir brauchen öffentliche Debatten, die auch Menschen einbeziehen, die nicht die Überzeugungen und Wertvorstellungen der politischen Mitte teilen. Menschen, die sich sonst ausgegrenzt fühlen. Menschen, die sonst faktisch ausgegrenzt sind.

Wir müssen konstruktiv streiten

  • für Verständnis und Respekt im Privatleben,
  • für Fortschritt in der Wissenschaft,
  • für Innovationen in der Wirtschaft
  • und für eine lebendige Demokratie und einen funktionierenden Rechtsstaat.

Wie also kann die Qualität von Debatten verbessert werden? Was sind die Voraussetzung für ein konstruktives Streitgespräch? Wie können wir besser miteinander reden?

Was macht das Forum für Streitkultur?

An der Beanwortung dieser Fragen arbeiten wir unter anderem mit den folgenden Mitteln:

  • Wir ergründen an verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen über unterschiedliche Disziplinen hinweg die theoretischen Grundlagen für konstruktives Streiten (zum Beispiel am DebateLab des KIT).
  • Wir erproben verschiedene Techniken zum konstruktiven Streiten mit unterschiedlichen Aktionen im Rahmen des Streitlabors.
  • Wir geben Workshops zu Themen wie „Konstruktive Gesprächsführung, „Argumentieren mit Andersdenkenen“ oder „Argumentieren mit Rechtspopulisten“.
  • Wir analysieren aktuelle politische Debatten und rekonstruieren gesellschaftsrelevante Argumentationen wie beispielsweise das AfD-Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2017.